Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung

BÖBLINGEN: Bürgerstiftung wurde vor zehn Jahren gegründet/84 Projekte bisher unterstützt/Die Einrichtung soll bekannter werden

Gestern vor genau zehn Jahren ist die Böblinger Bürgerstiftung gegründet worden. Seither hat sie knapp 283.000 Euro für 84 Projekte ausgegeben. Derzeit beträgt das Stiftungskapital rund 1,15 Millionen Euro. „Das ist ein großer Erfolg. Die Bürgerstiftung hat damit die Möglichkeit viele Projekte zu fördern“, sagt Böblingens Oberbürgermeister Wolfgang Lützner als Vorsitzender des Stiftungsrats.

Der Böblinger Gemeinderat hat jüngst ein Zeichen gesetzt: Für jeden Euro, der an die Bürgerstiftung gespendet wird, gibt die Stadt nochmals 50 Cent dazu. Bisher hat diese Regelung nur bei Zustiftungen gegriffen. „Es ist großartig, dass der Gemeinderat das ermöglicht. Dadurch erzielt jede Spende einen hohen Wirkungsgrad“, sagt Richard Kriegbaum, gemeinsam mit Rosemarie Späth und Michael Fritz Mitglied des Vorstands der Bürgerstiftung. Tatsächlich ist die Bürgerstiftung Böblingen in Zeiten geringer Zinsen auf dem Kapitalmarkt verstärkt auf Spenden angewiesen, um auch weiterhin verschiedene Projekte finanziell zu unterstützen. „Noch sind die Gelder durch die gute Arbeit unserer Vorgänger gut angelegt. Spannend wird es in einigen Jahren, wenn diese Anlagen auslaufen“, sagt Fritz, Vorsitzender des Vorstands.

Die Zahlen der vergangenen Jahre belegen allerdings, dass es um das Spendenaufkommen nicht gut bestellt ist. In diesem Jahr sind bisher 4575 Euro an Spenden eingegangen, im vergangenen Jahr waren es 5919 Euro. Die Zustiftungen betrugen in diesem Jahr 87 250 Euro, im vergangenen Jahr waren es 76 250 Euro. Insgesamt stehen der Bürgerstiftung rund 1,15 Millionen Euro zur Verfügung. „Mit dieser Summe können wir uns sicherlich sehen lassen“, sagt Wolfgang Lützner.

Bei dieser Summe soll es aber nicht bleiben. Der Vorstand um Michael Fritz hat das Ziel, in zehn Jahren über etwa zwei Millionen Euro an Stiftungskapital zu verfügen. Um dieses Ziel zu erreichen, will die Bürgerstiftung in der Außendarstellung offensiver werden, sprich ihren Bekanntheitsgrad erhöhen. Ein Schritt in diese Richtung ist die Neugestaltung der Homepage der Bürgerstiftung, zudem hat die Stiftung ein neues Logo mit dem Slogan „Böblingens helfende Hände“ entwickelt. „Wir haben durch die neue Homepage eine sehr niedrige Eingangsschwelle, um mit uns in Kontakt zu treten. So gibt es dort rasch zu findende Antragsformulare für Zustiftungen oder Spenden“, sagt Michael Fritz.

84 Projekte hat die Bürgerstiftung Böblingen seit ihrer Gründung vor zehn Jahren gefördert, sie gab dafür etwa 283 000 Euro aus. „Uns geht es dabei nicht darum, ein Füllhorn auszuschütten“, sagt Kriegbaum, Fritz ergänzt: „Wir wollen andere aktivieren und übernehmen bewusst oftmals eine Anschub- oder Teilfinanzierung.“

Jährlich fördert die Bürgerstiftung Böblingen im Schnitt etwa 15 bis 20 Projekte und gibt dafür im Mittel 25 000 bis 30 000 Euro aus. In 2015 waren es knapp 42 000 Euro, die in unterschiedliche Maßnahmen flossen, wie beispielsweise die Finanzierung von Sprachförderkursen für Flüchtlinge oder die Finanzierung des neuen Interieurs des Tafelladens.

Ein Aspekt ist wichtig im Zusammenhang mit der Stiftung: Deren Verwaltungsausgaben sind sehr gering. Geschäftsführer Ralf Priester wird von der Stadt bezahlt, ansonsten fallen nur Kosten für Porto, Flyer oder andere Drucksachen an. Lützner: „Das gestiftete oder gespendete Geld kommt tatsächlich dort an, wo es gebraucht wird.“

Info
www.buergerstiftung-bb.de

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