Kreiszeitung Böblinger Bote

Bürgerstiftung Böblingen feiert 10. Geburtstag – Stiftungskapital beträgt 1,1 Millionen Euro

Von Florian Lieb

BÖBLINGEN. Man gönnt sich ja sonst nichts. Da darf es zum 10. Geburtstag der Bürgerstiftung Böblingen auch mal ein eigenes Logo inklusive Slogan („Böblingens helfende Hände“) und ein neuer Internetauftritt (www.buergerstiftung-bb.de) sein.

Diesen Markenprozess lässt sich die Bürgerstiftung 2000 Euro kosten, um sich noch bekannter zu machen und im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Ziel ist es, die Leute zum Mitmachen zu bewegen – mit entsprechenden Buttons auf der Internetseite. „Wir wollen die Eingangsschwelle, mit uns in Kontakt zu treten, klein halten“, sagt der Vorstandsvorsitzende Michael Fritz.

Im Verlauf des letzten Jahrzehnts ist dabei das Stiftungskapital auf eine Höhe von rund 1,1 Millionen Euro angewachsen – von ursprünglich 284 000 Euro. „Viele Bürgerstiftungen wären froh, über so eine Summe zu verfügen“, sagte Böblingens Oberbürgermeister Wolfgang Lützner, der im Stiftungsvorstand sitzt. Seit 2005 kamen 140 000 Euro an Spenden zusammen, mit 283 000 Euro förderte die Stiftung 84 Projekte.

Die Bürgerstiftung will „nicht nur eine Geldsammelstelle sein“, so Fritz, „sondern eine Plattform, die Projekte finanziert.“ Jedes Vierte hing mit Bildung und Erziehung zusammen, jedes Fünfte förderte persönliche und soziale Kompetenzen oder bürgerschaftliches Engagement. Zu den Projekten in diesem Jahr zählt auch die Mechthild. Die Beteiligung am Comedy-Festival soll helfen, eine neue Zielgruppe zu erschließen. 14 Projekte führt die Stiftung für 2015, die mit knapp 42 000 Euro gefördert wurden. So viel wie noch nie, was einer durchschnittlichen Summe von 3000 Euro pro Projekt entspricht.

Diese selbst werden allerdings von der Bürgerstiftung nur teilfinanziert. „Wir wollen andere aktivieren, etwas zu tun“, begründet Michael Fritz. Man wolle „nicht das Füllhorn ausschütten, sondern bürgerschaftliches Engagement fördern“, sagt Vorstandsmitglied Richard Kriegbaum. Eine Dauerförderung sei nicht vorgesehen.

„Man muss um Gelder kämpfen und viele Gespräche führen“, weiß OB Lützner um die Verdienste der Vorstandskollegen wie Rosemarie Späth, die Spender und Stifter suchen.

Zumindest eine Einnahmequelle ist gesichert – wenn auch abhängig von anderen. Die Stadt Böblingen steuert 50 Cent zu jedem gestifteten oder gespendeten Euro dazu. Immerhin 380 000 Euro flossen so seit 2005 durch die Stadt in die Stiftung.

Hintergrund

Spende und Stiftung
Als Spende gelten bei der Bürgerstiftung satzungsgemäß alle Zuwendungen unter 2000 Euro. Spenden werden gesondert ausgewiesen und kommen zeitnah geförderten Projekten oder Veranstaltungen zugute. Bei einer Stiftung müssen Stifter mindestens 2000 Euro zukommen lassen. Die gestiftete Summe erhöht das Stiftungskapital. Für die Projektförderung werden die Erträge aus dem Stiftungskapital verwendet. Das Stiftungskapital selbst bleibt unangetastet, ausgeschüttet werden hier nur die Erträge.

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